Die Wiege des „Musiksommers am Zürichsee“ bilden die von Giovanni Bria und namhaften Kulturschaffenden der Region Zürichsee ins Leben gerufenen Konzerte auf der Insel Ufenau, welche 1993 in Zusammenarbeit mit dem Kloster Einsiedeln erstmals stattfanden. Beim Gesang gregorianischer Weisen in der altehrwürdigen Kirche St. Peter und Paul wurde die Idee geboren, an den schönsten Plätzen rund um den Zürichsee einen sommerlichen Konzertzyklus zu veranstalten.
Von Anfang an war es ein besonderes Anliegen des Musiksommers, ausgewählte, mitunter geschichtsträchtige Orte an landschaftlich reizvoller Lage in sinnvoller Weise mit entsprechender Musik zu verbinden und dadurch einen Einklang zu schaffen ( Musik & Architektur, Musik & Landschaft). Ein vielfältiges Musikangebot soll zudem allen Interessierten ein besonderes Konzerterlebnis ermöglichen, und dies bewusst über die Kantonsgrenzen hinaus.
1996 konnte der erste Musiksommer mit acht Konzerten durchgeführt werden; seither finden jeden Sommer jeweils von Ende Mai bis Ende September zwölf bis fünfzehn Konzerte rund um den Zürichsee statt.
Der „Musiksommer am Zürichsee“ will mit seinen Konzerten Jung und Alt auf den vielfältigen Reichtum unserer abendländischen Musik und deren Wurzeln aufmerksam machen und dabei ebenso die moderne und zeitgenössische Musik pflegen. Aber auch die Grenzen zu anderen Musikbereichen wie Jazz und Volksmusik sollen am Musiksommer ausgelotet werden.
Im Zentrum der Musiksommerkonzerte steht die ganze Vielfalt der Kammermusik, angefangen bei Solokonzerten über Trio-, Quartett- und Quintettformationen bis hin zum Kammerorchester. Dabei ist die Künstlernachwuchsförderung unser ausdrückliches Anliegen. Verantwortlich für die Auswahl und Gestaltung unserer Sommerprogramme zeichnen unser musikalischer Leiter Giovanni Bria und unsere Conseil artistique Graziella Contratto.
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Giovanni Bria Präsident und Künstlerischer Leiter
Nach Abschluss eines umfassenden Musikstudiums an den Konservatorien von Zürich und Genf (u.a. „Premier Prix de Virtuosité pour Piano avec distinction“) widmet sich Giovanni Bria dem Musiktheater: Korrepetitor, Chordirigent, musikalischer Organisator und Kapellmeister an den Opernhäusern von Angoulème, Nantes, Marseille und Genf (Zusammenarbeit mit Ansermet, Fournet Prêtre, Erede, Buckwitz, Graf u.a.m.), Engagement durch Wieland Wagner an die Bayreuther Festspiele als musikalischer Organisator und Studienleiter (Zusammenarbeit mit den Dirigenten Karl Böhm, André Cluytens, Robert Heger, Otmar Suitner u.a. m.). Als begleitender Pianist von namhaften Sägerinnen, Sängern und Instrumentalisten (u.a. Nicolai Gedda, Gwyneth Jones, Ingolf Turban, Charles Curtis, Jadranka Jovanovic, Daniela Lojarro, Anton Diakov) Konzerte in Musikzentren wie München, Köln, Berlin, Prag, Paris, Belgrad, Wien. Als Musikwissenschaftler (lic.phil. der Universität Zürich) Mitarbeiter des Verdi-Forscher Prof. Hans Busch (Indiana University of Bloomington, USA). Seit 1991 erfolgreiche Dirigate mit namhaften Chören (u.a. Staatlicher Chor Moskau, Tschechischer Nationalchor Prag, Ensemble Vocal de Lausanne) und Orchestern (u.a. Hermitage-Symphonieorchester St. Petersburg, Stuttgarter Philharmoniker, Philharmonia Transilvania Rumänien, Orchester der Nationaloper Prag, Kammerorchester Vilnius, Südwestdeutsche Philharmonie). Gründer (1996), Künstlerischer Leiter und Präsident des Festivals „Musiksommer am Zürichsee“. Zum 10-Jahr-Jubiläum 2006 Auszeichnung mit dem Kulturpreis der „Dreiländer-Region“ Freienbach (SZ), Rapperswil-Jona (SG), Rüti (ZH).
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Graziella Contratto Conseil artistique
Die Schwyzer Dirigentin leitete zwischen 2003 und 2009 als erste Frau in Frankreich das staatliche Orchestre des Pays de Savoie. Bereits während der ersten Saison wurden ihr von der französischen Presse eine besondere Originalität in der Programmwahl und eine hohe Sensibilisierung des Publikums für unbekannte Werke attestiert. Sie dirigierte in den vergangenen Jahren die Bamberger Simfoniker, das Tonhalle Orchester Zürich, das Mahler Chamber Orchestra, das orchestra sinfonica Giuseppe Verdi Mailand, das Deutsche Kammerorchester Berlin, das Prager und des Basler Kammerorchester, die Deutsche Kammerakademie Neuss, das Orchestre de Picardie, das Orchestre de Chambre de Genève, das Berner Symphonieorchester, das Orchestra della svizzera intaliana und die Sinfonietta der Manhattan School of Music NY. Von 2003 bis 2009 war sie künstlerische Leiterin der Camerata Schweiz, woraus so erfolgreiche Projekte wie „Im Orchestergraben“ mit Ursus und Nadeschkin, „la Traviata“ am Opernfestival Avenches oder die Dirigierworkshops für Manager entstanden. Nach ihrer erfolgreichen Tätigkeit als Konzertpianistin und Kammermusikerin liess sie die Schwyzer Musikerin ab 1991 von Horst Stein, Manfred Honeck und Ralf Weikert zur Kapellmeisterin ausbilden. In verschiedenen Kursen arbeitete sie zusätzlich mit Jorma Paul und Tsung Yeh zusammen. Sie wurde 1992 als jüngste Dozentin der Schweiz für Musiktheorie an der Musikhochschule Luzern engagiert. 1998 holte sie Claudio Abbado als musikalische Assistentin an die Berliner Philharmonie und die Osterfestspiele Salzburg, wo sie u.a. sämtliche Konzert- und Aufnahmeprojekte der Berliner Philharmoniker betreute. Im April 2000 wurde G. Contratto vom Orchestre National de Lyon einstimmig aus über 80 Bewerbern zum chef résident ernannt. Im Juli 2002 leitete sie das Operncollaage-Projekt „Olympische Gesänge“ im Pergamonmuseum Berlin und produzierte in Schwyz zusammen mit der Regisseurin Mirella Weingarten Piazzollas Tango-Oper „Maria de Buenos Aires“. Die Dirigentin ist ständiger Gast bei verschiedenen Radio- und TV-Sendern in der Schweiz, Frankreich und Deutschland (DRS, RSR, Harald Schmidt, France 3, Mezzo). Seit 2007 ist Graziella Contratto Intendantin des Davos Festival – young artists in concert. Ab Herbst 2010 übernimmt sie die Fachbereichsleitung Musik an der Hochschule der Künste Bern. |